Was genau sind nun frühkindliche Reflexe?

Unsere menschlichen Urreflexe entwickeln sich vor, während und nach der Geburt bis in das erste Lebensjahr hinein und sind maßgeblich daran beteiligt, dass wir sitzen, stehen und gehen können, sowie unseren Kopf zielgerichtet bewegen.

Es sind automatisch verursachte Bewegungsmuster, die auch unsere Gehirnareale verknüpfen.

 

Wichtig dabei ist die Anzahl und die Qualität der Nervenverbindungen. Sind diese gut entwickelt, spricht man von neuronaler Reife, die für ein sicheres Bestehen des Alltags, zunächst in der Schule, von großer Wichtigkeit ist.

Als Eltern kennen wir sicher einen dieser Ur- Reflexe, der unsere Kinder im Vierfüßlerstand hin- und herschaukeln lässt. Er wird STNR (Symmetrisch Tonische Nackenreflex) genannt und dient der Vorbereitung auf die Krabbelphase.

Beim Setzen auf den Po sind die Arme durchgestreckt und die Knie gebeugt; der Kopf nach vorne gerichtet.

1.jpg

Danach nimmt das Kind den Kopf nach unten, die Ellbogen beugen sich und die Beine

strecken sich. Es steht wie ein Zelt. Dies sind jedoch fließende Bewegungen und sind mit

einem Vor- Rückschaukeln verbunden.

2.jpg

Wie äußern sich nun aktive frühkindliche Reflexe, wenn sie zu störenden

Bewegungsmustern werden?

Wenn z.B. der STNR nicht integriert ist, haben Kinder in der Schule verschieden Probleme, wenn sie auf einem Stuhl sitzen und abschreiben sollen.

Denn in der sitzenden Schreibhaltung sind Arme und Füße gebeugt. Das jedoch gelingt ihnen nicht so recht, denn ihr Körper streckt bei gebeugten Armen die Füße und bei gebeugten Beinen die Arme. Sie sind also ständigen, konträren Bewegungsimpulsen ausgesetzt.

Sie zappeln dann herum, weil sie sich bemühen, ihre Impulse zu kontrollieren.

Oft wickeln sie ihre Beine um die Stuhlbeine und brauchen sehr lange zum Abschreiben, da sie mit Haltungskompensationen gegen die Willkürbewegungen ankämpfen.

Bei generell noch aktiven frühkindlichen Reflexen haben die Betroffenen häufig:

- Probleme mit flüssigem Lesen, Schreiben oder Rechnen

- Konzentrationsschwierigkeiten

- motorische Unruhe

- unzureichende Körperkoordination

- Fein- und grobmotorische Schwächen